Durchführung
Vertiefte Berufsorientierung
Der Lehrgang „Vertiefte Berufsorientierung" wird allen Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen im Kreis Siegen-Wittgenstein angeboten. In dem Lehrgang werden folgende 4 Themenfelder bearbeitet.
Themenfelder:
| Geva-Test inklusive Auswertung | 7 Stunden |
| Schlüsselqualifikationen/Knigge | 41 Stunden |
| Bewerbungstraining | 16 Stunden |
| Handfertigkeitsproben | 56 Stunden |
| 120 Stunden |
Die Stundenangaben beziehen sich immer auf die Unterrichtsstunden (45 Minuten). Die enge inhaltliche Abstimmung mit Lehrkräften der jeweiligen Schulen wird gewährleistet.
Teilnehmer:
Pro Lehrgang können 16 Schülerinnen und Schüler an dem Lehrgang teilnehmen.
Der Betreuungsschlüssel liegt bei 1:8, dies bedeutet, dass jede Gruppe mit 16 Personen von 2 qualifizierten Dozentinnen bzw. Dozenten unterrichtet wird.
Der Aufbau des Lehrgangs berücksichtigt die speziellen Lebensumstände von Förderschülern. Insbesondere auf deren Lernbereitschaft und Aufnahmefähigkeit bezüglich theoretischer und praktischer Inhalte wird geachtet. Zunächst sollen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und anzunehmen. Dies wird zum einen in praktischen Übungen, zum anderen durch den Einsatz des Geva-Testes und dessen ausführlicher Auswertung gewährleistet.
Viele dieser Jugendlichen haben eine ausgeprägte Lernschwäche und große Defizite im sozialen Verhalten. Die Segmente „Schlüsselqualifikationen" und „Knigge" spielen daher in der Lehrgangsdurchführung eine wichtige Rolle. Es wird versucht, die notwendigen Schlüsselqualifikationen und praktischen Erfahrungen im „Traumberuf" zu vermitteln. Für jeden der angebotenen Bereiche wurde die Mindestzeit angesetzt, die notwendig ist, um den Unterrichtsstoff nachhaltig zu vermitteln.
Förderschüler haben, wenn überhaupt, nur in ausgesprochen wenigen, dabei vorwiegend praktisch ausgerichteten Berufen Chancen auf eine Lehrstelle. Und dies überwiegend auch nur dann, wenn sie dabei „an die Hand genommen" werden. Daher werden Inhalte des „originären Bewerbungstrainings" nur mit geringen Zeitanteilen vermittelt, dem gegenüber jedoch die „Handfertigkeitsproben" mit verhältnismäßig großen Anteilen (56 Stunden). Durch letztere sollen insbesondere belastbare Aussagen zur praktischen Einsatzfähigkeit der Förderschüler im Betrieb gewonnen werden.
Zum Ende des Lehrgangs sollen die Jugendlichen in der Lage sein, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und, darauf aufbauend, ihre Chancen zu verbessern, in einem praktisch ausgerichteten 2jährigen Ausbildungs- oder einem Anlernberuf Fuß zu fassen und eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln.
Angaben zum Inhalt:
Schlüsselqualifikationen/Knigge
Schlüsselqualifikationen setzen sich aus einem breiten Spektrum übergreifender Fähigkeiten zusammen, die sowohl aus dem kognitiven als auch affektiven Bereich stammen. Sie finden Anwendung im Berufsleben, sind aber auch im zwischenmenschlichen Bereich von grundlegender Bedeutung.
Die Schülerinnen und Schüler begreifen und diskutieren die Bedeutung von Schlüsselqualifikationen und stellen Regeln für den Umgang miteinander auf. Diese Regeln decken sich in vielen Bereichen mit den „Knigge"-Umgangsformen. Der Unterricht geht nahtlos in die „Benimmregeln" über und hier wird den Jugendlichen vermittelt, was zwingend notwendig ist, um auf dem Arbeitsmarkt, aber auch in der Gesellschaft zu bestehen.
Ziele:
Erkennen der Bedeutung von Schlüsselqualifikationen (z. B. Fleiß, Pünktlichkeit, Ordnungssinn, Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, etc.) im Berufsleben, Verbesserung des Benehmens, Erhöhung der Ausbildungsfähigkeit, Erhöhung der Akzeptanz der Jugendlichen in der Öffentlichkeit.
Erkennen der Notwendigkeit, die vorhandenen Schlüsselqualifikationen zu erweitern und Neues zu erlernen
Inhalte
Begrüßung - Wie begrüße ich richtig?
In Jeans zum Vorstellungsgespräch! ? - Das richtige „Outfit" finden.
Telefonieren in der Öffentlichkeit - die Last des Erreichbarseins.
Tischmanieren sind das A und O. Ist das heute auch noch so?
„Ey Alter" oder wann ist die Umgangssprache weniger „umgänglich"?
Respekt - ein großes Wort, das großen Einsatz erfordert.
Ein gutes Auftreten erfordert die richtige Haltung!
Der Umgang mit Konflikten im Alltag - Einmischen oder Zurückziehen, welche ist die bessere Lösung?
Spielen Tugenden wie Pünktlichkeit, Disziplin und Ordnung heute noch eine Rolle?
Bewerbungstraining
Im Bewerbungstraining wird den Jugendlichen dabei geholfen, eine eigene Strategie zu entwickeln, um ihren zukünftigen Arbeitgeber durch eine methodisch durchdachte und ansprechende Bewerbung zu beeindrucken und auf sich aufmerksam zu machen. Im Wesentlichen wird es dabei darauf ankommen, die individuellen Alleinstellungsmerkmale herauszustellen. Zudem werden gängige Verhaltensweisen im Vorstellungsgespräch geübt. Damit sollen Ängste der Jugendlichen vor dieser ungewohnten Situation abgebaut werden. Das Ziel dieses Moduls besteht darin, in wirklichen Bewerbungssituationen ein Höchstmaß an sicherem und überzeugendem Verhalten zu gewährleisten.
Ziele
Erstellung von Bewerbungsmappen
Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche
Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Inhalt
Erarbeiten einer Bewerbungsmappe
Möglichkeiten der Recherche von Stellenangeboten
Stellensuche
Handfertigkeitsproben
In vielen Haushalten werden fundamentale Handfertigkeiten nicht mehr vermittelt. Die Jugendlichen lernen vor allem praktische Tätigkeiten vielfach nicht mehr kennen, da z. B. die „Werkstatt des Vaters" aufgrund der Wohn- und/ oder Lebenssituation nicht mehr selbstverständlich ist. Sie wissen demzufolge auch nicht, wie sie mit verschiedenen Werkstoffen umgehen können und sollen.
Im Lehrgangsteil „Handfertigkeitsproben" werden die Jugendlichen verschiedenste Tätigkeiten ausprobieren und ihr eigenes Geschick testen können. In der Holzbearbeitung werden z. B. kleinere Werkstücke hergestellt. Im Bereich Handel werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in besonders betreuten aber realen Bekleidungsläden die verschiedenen Tätigkeitsbereiche des Berufs Verkäufer/in kennen lernen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden zertifiziert.
Ziele
Anhand von berufspraktischen Übungsaufgaben den Jugendlichen verschiedene Ausbildungsberufe näher bringen
Schülerinnen und Schüler können ihre Berufswahl überprüfen
Inhalte
| Holzbearbeitung |
32 Stunden |
| Handel |
24 Stunden |
Unsere Partner:
alia Siegen - Alternative Lebensräume

