Prinz bringt Schülern Manieren bei
14.06.2007 01:52
Bad Laasphe. Nicht schlecht, Herr Specht. Da sage noch einer, die Hauptschüler hätten kein Benehmen. Noch bevor sich Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg gestern den Fragen der Schüler aus den neunten Klassen der Bad Laaspher Hauptschule stellte, überraschten die jungen Leute die örtliche Presse. „Herr Weber, Siegener Zeitung, Herzlich Willkommen“ stand in großen Lettern auf dem Plakat. Zwei junge, fein gekleidete Damen gingen auf den Redakteur zu, begrüßten ihn mit kräftigem Handschlag, freundlichem Lächeln und begleiteten ihn in die Klasse neun.
Seit Montag führt das Berufsbildungszentrum führt das Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen einen 24 Unterrichtsstunden dauernden Knigge-Lehrgang durch. Nach erfolgreichen Seminaren mit 40 Schülern aus Wilnsdorf und aktuell 20 aus Dahlbruch, nimmt sich das bbz überdies zwei Gruppen der Laaspher Hauptschule an. Hintergrund des Lehrgangs ist der für Hauptschüler „sehr schwierige Lehrstellenmarkt“, wie Klaus Gräbener vom bbz erläuterte. Die Übernahmequote von Hauptschülern im Kreis Siegen-Wittgenstein liege nur bei 30 bis 35 Prozent. Das liege daran, weil die Hauptschule in den vergangenen Jahren „herunterdiskutiert“ worden sei. Jetzt müsse man Initiativen ergreifen, die dagegen steuerten. Den Jugendlichen wolle das bbz ein Gefühl dafür vermitteln, welche spezifischen Anforderungen im Umgang mit anderen Menschen in Ausbildung und Beschäftigung an sie gestellt würden. Welche Kleidung trage ich in welchen Lebenssituationen, wie verhalte ich mich bei Tisch, mit welchem Respekt trete ich meinem Mitmenschen gegenüber auf: die Neuntklässler zeigten sich gestern von ihrer Schokoladenseite. Zuvorkommend, höflich, gepflegt und gut gekleidet empfingen sie Prinz Gustav, der reichlich Fragen beantwortete.
Was er für allgemeine Pflichten habe, wollte ein Schüler wissen. „Pünktlichkeit, pflichtbewusst, vernünftig gekleidet, freundlich aber bestimmend gegenüber Mitarbeitern“, antwortet der Prinz. Ob er sich denn kleiden durfte, wie er wollte? Auch er habe bestimmte Modewellen mitgemacht, so Prinz Gustav. Seien zerrissene Jens „in“ gewesen, habe er sie getragen. Auch, wenn die Eltern nicht gerade dafür gewesen seien. Irgendwann habe es dann auch die Zeit von Lacoste, Boss und Armani gegeben. „Meine Mutter fand das toll, dass ich meine Geschmacksrichtung selbst wählte.“ Prinz Gustav plauderte locker vom Hocker aus dem Nähkästchen. Freilich habe er Freundinnen mit nach Hause nehmen dürfen, reagierte er auf eine weitere Frage, die habe er aber vorher selbst „selektiert“. Denn: „Man kennt seine Eltern. Man wägt ab, ob sie zur Familie passt.“

Und ein Prinz pflegt im Schloss immer an einer riesigen Tafel zu speisen? „Unser Tisch ist nicht größer als woanders.“ Mit den beiden Schwestern sei man immer zu fünft gewesen. „Die Eltern gucken schon mal kritisch.“ Wie man sich am Tisch zu verhalten habe, habe man halt zuhause beigebracht bekommen. Und wenn vier Messer rechts, vier Gabeln links und mehrere Löffel oben lägen, dann fange man einfach von außen nach innen an. Bei alledem gab der Prinz den Schülern mit auf den Weg: „Keiner ist perfekt. Gehen Sie locker an die Geschichte ran. Seien Sie pünktlich, ein vernünftiger Händedruck und strahlen Sie Begeisterung aus.“ Viele Fragen solle man als junger Mensch stellen, lernen und Fehler vermeiden. Was das gute Benehmen betrifft, sei dies als junger Mensch für ihn „furchtbar“ gewesen. Heute rücke man selbst in die Elternfunktion und sehe das anders.
Seit Montag führt das Berufsbildungszentrum führt das Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen einen 24 Unterrichtsstunden dauernden Knigge-Lehrgang durch. Nach erfolgreichen Seminaren mit 40 Schülern aus Wilnsdorf und aktuell 20 aus Dahlbruch, nimmt sich das bbz überdies zwei Gruppen der Laaspher Hauptschule an. Hintergrund des Lehrgangs ist der für Hauptschüler „sehr schwierige Lehrstellenmarkt“, wie Klaus Gräbener vom bbz erläuterte. Die Übernahmequote von Hauptschülern im Kreis Siegen-Wittgenstein liege nur bei 30 bis 35 Prozent. Das liege daran, weil die Hauptschule in den vergangenen Jahren „herunterdiskutiert“ worden sei. Jetzt müsse man Initiativen ergreifen, die dagegen steuerten. Den Jugendlichen wolle das bbz ein Gefühl dafür vermitteln, welche spezifischen Anforderungen im Umgang mit anderen Menschen in Ausbildung und Beschäftigung an sie gestellt würden. Welche Kleidung trage ich in welchen Lebenssituationen, wie verhalte ich mich bei Tisch, mit welchem Respekt trete ich meinem Mitmenschen gegenüber auf: die Neuntklässler zeigten sich gestern von ihrer Schokoladenseite. Zuvorkommend, höflich, gepflegt und gut gekleidet empfingen sie Prinz Gustav, der reichlich Fragen beantwortete.
Was er für allgemeine Pflichten habe, wollte ein Schüler wissen. „Pünktlichkeit, pflichtbewusst, vernünftig gekleidet, freundlich aber bestimmend gegenüber Mitarbeitern“, antwortet der Prinz. Ob er sich denn kleiden durfte, wie er wollte? Auch er habe bestimmte Modewellen mitgemacht, so Prinz Gustav. Seien zerrissene Jens „in“ gewesen, habe er sie getragen. Auch, wenn die Eltern nicht gerade dafür gewesen seien. Irgendwann habe es dann auch die Zeit von Lacoste, Boss und Armani gegeben. „Meine Mutter fand das toll, dass ich meine Geschmacksrichtung selbst wählte.“ Prinz Gustav plauderte locker vom Hocker aus dem Nähkästchen. Freilich habe er Freundinnen mit nach Hause nehmen dürfen, reagierte er auf eine weitere Frage, die habe er aber vorher selbst „selektiert“. Denn: „Man kennt seine Eltern. Man wägt ab, ob sie zur Familie passt.“

Und ein Prinz pflegt im Schloss immer an einer riesigen Tafel zu speisen? „Unser Tisch ist nicht größer als woanders.“ Mit den beiden Schwestern sei man immer zu fünft gewesen. „Die Eltern gucken schon mal kritisch.“ Wie man sich am Tisch zu verhalten habe, habe man halt zuhause beigebracht bekommen. Und wenn vier Messer rechts, vier Gabeln links und mehrere Löffel oben lägen, dann fange man einfach von außen nach innen an. Bei alledem gab der Prinz den Schülern mit auf den Weg: „Keiner ist perfekt. Gehen Sie locker an die Geschichte ran. Seien Sie pünktlich, ein vernünftiger Händedruck und strahlen Sie Begeisterung aus.“ Viele Fragen solle man als junger Mensch stellen, lernen und Fehler vermeiden. Was das gute Benehmen betrifft, sei dies als junger Mensch für ihn „furchtbar“ gewesen. Heute rücke man selbst in die Elternfunktion und sehe das anders.


