„Haus der Berufsvorbereitung“ abermals mit guter Bilanz im Kreis Siegen-Wittgenstein
07.07.2010 01:00
Geisweid, 07.07.2010. 99 Zehntklässler aus Hauptschulen im Kreis Siegen-Wittgenstein beenden in dieser Woche den Lehrgang „Haus der Berufsvorbereitung". Sie hatten im laufenden Schuljahr neben ihrem normalen Unterricht über 40 Wochen hinweg jeden Freitagnachmittag und jeden Samstagvormittag ca. 540 Unterrichtsstunden absolviert, um sich bei Arbeitgebern für einen Ausbildungsplatz zu empfehlen. Im Rahmen einer Feierstunde erhielten sie aus den Händen von Dr. Bettina Wolf, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Siegener Agentur für Arbeit, dem Geschäftsführer der Grohe Stiftung, Prof. Georg Neumann und Landrat Paul Breuer ihre Teilnahme-Urkunden. 77 Teilnehmer hatten bei der Abschlussfeier den Ausbildungsvertrag bereits in der Tasche. 9 haben sich entschieden, ihre schulische Laufbahn fortzusetzen. Bei 10 weiteren Teilnehmern dauern die Vermittlungsbemühungen an. Bei einigen dieser Schüler bestehen noch realistische Chancen auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Bei insgesamt 3 Teilnehmern dürfte es mit der Vermittlung sehr schwierig werden.
„Das Haus der Berufsvorbereitung wird auch in diesem Jahr eine Vermittlungsquote um die 80 % erreichen", stellte Landrat Paul Breuer bei der Übergabe der Zertifikate zufrieden fest: „Angesichts der leicht rückläufigen Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt ist dies ein bemerkenswertes Ergebnis. Das Haus der Berufsvorbereitung ist eine Premium-Marke unserer Ausbildungsmarktstrategie, die mittlerweile auch landesweit Beachtung findet. Gerne unterstützt der Kreis Siegen-Wittgenstein das Projekt bis zum Jahre 2013 mit weiteren 600.000 €. Schließlich ist Prävention besser als Reparatur!"
Dr. Bettina Wolf machte den jungen Leuten ein dickes Kompliment: „Sie haben Stehvermögen und Zielstrebigkeit in beeindruckender Weise nachgewiesen. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie in Ihrem weiteren Leben diese Tugenden beibehalten. Sie haben sich Ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz mehr als verdient!" Die Leiterin der Siegener Agentur für Arbeit dankte zugleich Projektleiterin Uta Fiedler, ihrem Team und den beteiligten Bildungseinrichtungen für ihre engagierte Arbeit zum Wohle der Jugendlichen.
Die Vermittlung fiel den beteiligten Bildungseinrichtungen in diesem Jahr angesichts der schwieriger werdenden Ausbildungsmarktsituation nicht leicht. Viele Betriebe zögerten mit Zusagen, manche stornierten gegebene Zusagen kurzfristig wieder - bis in die letzten Tage hinein. „Angesichts durchschnittlicher Übergangsquoten von Hauptschülern in einer Größenordnung zwischen 30 und 35 % sind wir mit dem erzielten Ergebnis in diesem Jahr sehr zufrieden", betonte Uta Fiedler, die zugleich den Schulen im Kreis Siegen-Wittgenstein für ihre Kooperationsbereitschaft und die vertrauensvolle Zusammenarbeit dankte. Sie zeigte sich sicher, dass auch in den kommenden Tagen bei den derzeit noch suchenden Schülerinnen und Schülern „noch etwas geht".
Bedauerlich ist aus Sicht des Projektträgers bbz und der anderen beteiligten Bildungseinrichtungen allerdings der Umstand, dass einige der noch Suchenden angebotene Ausbildungsplätze ausschlugen - und das teilweise auch auf Anraten ihrer Eltern. Stattdessen hätten sie sich lieber für einen Platz in einer vollzeitschulischen Bildungsalternative beworben, erklärte bbz-Geschäftsführer Klaus Gräbener: "Hier hat sich etwas verändert. Einige Eltern wollten vermutlich ihr Kind vor dem rauen Wind der betrieblichen Wirklichkeit noch ein Jahr schützen. Dies ist aus unserer Sicht angesichts der derzeitigen Lage auf dem Lehrstellenmarkt zumindest riskant."
114 Schülerinnen und Schüler begannen den Lehrgang, 99 hielten ihn durch. Die Durchhaltequote belief sich damit auf 87 %. Der Lehrgang wurde an vier unterschiedlichen Standorten in Siegen-Wittgenstein durchgeführt. An der Umsetzung waren die Bildungszentrum Wittgenstein GmbH, das Berufsfortbildungswerk (bfw) des DGB, das Aus- und Weiterbildungszentrum des Bauhandwerks sowie das Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen beteiligt.
Schon fast „traditionell" waren die Vermittlungsquoten in den Metall- und den Bauberufen mit rund 90 % am höchsten. In den Bereichen Verkauf und Lager waren sie niedriger (über 60 %), deutlich niedriger fielen sie in den Büroberufen, den Pflegeberufen, bei Friseuren und in der Floristik aus.

